Das in den letzten Jahren schon erfolgreiche BayernNetzNatur-Projekt „Neues Leben im Dachauer Moos – ein Projekt zur Förderung der Artenvielfalt“ - kann fortgesetzt werden. Mitte 2013 wurde es ins Leben gerufen, um gemeinde- und landkreisübergreifend die Bemühungen der vielen Akteure zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in der verbliebenen Mooslandschaft im östlichen Dachauer Moos zu unterstützen.

Der Bayerische Naturschutzfonds fördert nun mit Erlösen der GlücksSpirale sowie mit Unterstützung der Regierung von Oberbayern für weitere zwei Jahre die Arbeiten zur Sicherung und Verbesserung der Biodiversität. Umweltminister Dr. Marcel Huber überreichte am 25.04.2018 den Förderscheck für das Naturschutzprojekt persönlich. Als stimmungsvoller Übergabeort wurde das Krenmoos zwischen Karlsfeld und dem Naturschutzgebiet Schwarzhölzl an der Grenze zwischen dem Landkreis Dachau und der Landeshauptstadt München gewählt. Herr Staatsminister Dr. Huber nutzte die Gelegenheit, um den Kiebitz zu beobachten.

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(Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)


Ministerwetter im Krenmoos

Die Vorsitzenden des Vereins Dachauer Moos e.V., Herr Bürgermeister Felbermeier, und des Landschaftspflegeverbandes Dachau e.V., Herr Bürgermeister Mundl, nahmen den Scheck für die Trägergemeinschaft des Projektes in Empfang und revanchierten sich mit einem Siegerfoto des Wettbewerbs moosARTig – einer taubesetzten Libelle von Andreas Dubitzky.

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Von links nach rechts: Frau stellvertretende Landrätin Lkr. München Ganssmüller-Maluche, Herr Bürgermeister Mundl, Herr Staatsminister Dr. Huber, Herr Abgeordneter Seidenath, Herr Landrat Löwl, Herr Bürgermeister Felbermeier
(Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

Herr Bürgermeister Kolbe begrüßte als Karlsfelder Hausherr alle Anwesenden, unter Ihnen Herrn Abgeordneten Seidenath und Herrn Landrat Löwl sowie als Vertreter der Trägergemeinschaft Herrn Oberbürgermeister Hartmann, Frau Stadträtin Jacobs und Herrn Dr. Zauscher von der Kreisgruppe des BN. Herr Bürgermeister Kolbe hob hervor, dass sich die Gemeinde Karlsfeld in besonderem Maße an dem Projekt beteilige. So wurden in der bisherigen Projektlaufzeit von  2014 bis 2018 drei Grundstücke an der Würm und ein weiteres im Krenmoos angekauft.

Herr Landrat Löwl dankte den Aktiven vor Ort für ihr Engagement zum Erhalt der Artenvielfalt des Dachauer Moos. Dies komme allen Bürgern zu Gute. Die Münchner Umweltreferentin und Stadträtin Frau Jacobs freute sich über die gute interkommunale Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt und den beiden Landkreisen.

In seiner Rede lobte Herr Staatsminister Dr. Huber die Gemeinschaftsaktion der vielen Akteure. Nur gemeinsam lasse sich unser Naturerbe für nachfolgende Generationen erhalten. Das Moos habe auch eine große Bedeutung für den Klimaschutz. Nach der Renaturierung von Niedermooren können jährlich etwa 30 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr eingespart werden

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Von links nach rechts: Frau Mayr (Regierung von Oberbayern), Herr Bürgermeister Mundl, Herr Bürgermeister Kolbe, Herr Rossa (Verein Dachauer Moos), Herr Abgeordneter Seidenath, Frau stellv. Landrätin Ganssmüller-Maluche, Frau Stadträtin Jacobs (Umweltreferentin LH München), Herr Landrat Löwl, Herr Staatsminister Dr. Huber, Herr Schlapp (Vorstand Bayerischer Naturschutzfonds), Herr Bürgermeister Reischl, Herr Oberbürgermeister Hartmann, Herr Bürgermeister Landmann, Herr Bürgermeister Kuchlbauer, Herr Bichler (Jagdschutzverein Dachau), Herr Bürgermeister Felbermeier
(Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)


Ziele und Aufgaben des BayernNetzNatur-Projektes

Im Mittelpunkt des Biodiversitätsprojekts steht eine Reihe von höchst seltenen und gefährdeten, teilweise sogar vom Aussterben bedrohten Arten. Besonders hervorzuheben ist beispielsweise die Helm-Azurjungfer. Diese Libelle ist eine typische Bewohnerin der Niedermoorbäche und hat im Dachauer Moos ihre deutschlandweit bedeutendsten Vorkommen. Die Gewässer des europäischen FFH–Gebietes "Gräben und Niedermoorreste Dachauer Moos" sind auch Heimat von stark gefährdeten Wasserpflanzen, wie dem Gefärbten Laichkraut und dem Kriechenden Sellerie.

Minister Azurjungfer

Helm-Azurjungfer (Foto: Sachteleben, PAN GmbH)

Ein ganz besonders auffälliger Gast im Moos ist der leider immer selten werdende  Kiebitz – der Wappenvogel des Projekts. Die Sicherung und Wiederherstellung der moortypischen Lebensräume dieser Arten ist die Kernaufgabe des Projekts. So werden Bäche und Moorgräben naturnah und strukturreich gestaltet, extensive Wiesen neu geschaffen und feuchte Senken angelegt. Zum Projekt gehört aber auch eine Beratung der Landwirte und Grundeigentümer sowie eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit zur Information und Sensibilisierung der Bürger. Das rund 5.700 ha große Projektgebiet reicht dabei vom Inhauser und Hebertshauser Moos im Norden bis zum Allacher Wald im Süden. Im Westen wird das Projektgebiet von Dachau und Karlsfeld und im Osten von Ober- und Unterschleißheim begrenzt.

Minister Kiebitz

Kiebitz, Gelege (Foto Kiebitz: Robert Rossa)


Die bisherigen Erfolge

Angesichts dieser vielfältigen Aufgaben in einem derart großen Gebiet haben sich die Landeshauptstadt München und die Große Kreisstadt Dachau, die Gemeinde Karlsfeld, der BUND Naturschutz, der Verein Dachauer Moos e.V. und der Landschaftspflegeverband Dachau e.V. zu einer interkommunalen Allianz zusammen geschlossen. Mit Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds, eine beim Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz angesiedelte gemeinnützige Stiftung, den Erlösen der GlücksSpirale sowie mit Unterstützung der Regierung von Oberbayern wird die Trägergemeinschaft unter der Federführung des Vereins Dachauer Moos e.V. und des Landschaftspflegeverbands Dachau e.V. weitere zwei Jahre die Artenvielfalt der Mooslandschaft entwickeln und wiederherstellen.

Die bisherigen Projektergebnisse können sich nämlich sehen lassen. Etwa 8 km Fließgewässer wurden durch gezielte Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen der Ufer für die Helm-Azurjungfer und für weitere Arten als Lebensraum verbessert oder sogar erst wieder zurückgewonnen. Sechs Biotopflächen mit einer Gesamtfläche von ca. 4,5 ha konnten durch Ankauf für den Natur- und Artenschutz dauerhaft gesichert werden. Im NSG Schwarzhölzl, im Inhauser Moos sowie im Hackermoos wurde die Pflege zahlreicher artenreicher Moos- und Magerwiesen optimiert.

Minister Orchideen

Orchideenblüte im Hackermoos (Foto: Robert Rossa)

Darüber hinaus startete ein Artenhilfsprogramm für den Kiebitz. Dabei wurde auf einer Ankaufsfläche des Bund Naturschutzes im Krenmoos ein optimaler Lebensraum mit einer zeitweise wassergefüllten Flachmulde sowie einer artenreichen Wiese und einem extensiven Acker neu geschaffen. Der Landschaftspflegeverband Dachau e.V. leitet seit 2016 die Organisation und Koordination der Kiebitz-Artenhilfsmaßnahme. Beispielsweise werden die Landwirte über den Schutz der Gelege und der Küken beraten. Ergreifen die Bauern zusätzliche Maßnahmen, so sind auch Ausgleichszahlungen möglich.

Grundlage für die bereits erzielten Erfolge ist die eingeleitete gute Zusammenarbeit vieler Akteure, Ämter und Verwaltungen. Hierzu zählen neben dem Verein Dachauer Moos e.V. und dem Landschaftspflegeverband Dachau e.V. die Kommunen im östlichen Dachauer Moos, die Naturschutzverbände, das Landratsamt und die untere Naturschutzbehörde, die verschiedenen staatlichen Stellen und nicht zuletzt die vielen Landwirte und privaten Grundstücksbesitzer.

Minister Biotopneu

Biotopneuschaffung im Krenmoos (Foto: Robert Rossa)

Um das Bewusstsein für die Mooslandschaft zu schärfen, lag bereits in den vergangenen fünf Jahren ein besonderes Augenmerk auf der Öffentlichkeitsarbeit. So wurde neben einem Faltblatt eine informative Wanderausstellung zum Dachauer Moos und zum Biodiversitätsprojekt mittels plakativer RollUps gestaltet und bereits an mehreren Orten ausgestellt. Im Rahmen der BayernTourNatur wurden jedes Jahr gut angenommene Exkursionen durch das Projektgebiet durchgeführt. Allein bei der Eröffnungstour 2014 hatten über 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger auf Fahrrädern teilgenommen.

Auf der Internetseite des Vereins Dachauer Moos e.V. kann sich jeder in einem Newsblog fortlaufend über die aktuellen Aktivitäten informieren. Einen besonderen Höhepunkt bildete der Fotowettbewerb zu den Lebensräumen im Dachauer Moos mit 250 Einsendungen von 40 Fotografen. Die eindrucksvollen Siegerfotos und weitere ausgewählte Wettbewerbsbeiträge touren als Fotoausstellung durch die Rathäuser der Projektkommunen. Für Grundstücksankäufe, Artenhilfsmaßnahmen, deren Erfolgskontrolle sowie die Öffentlichkeitsarbeit wurden zwischen 2013 und 2018 insgesamt rund 300.000 € an Fördergeldern ausgegeben.


Es gibt noch viel zu tun

Obwohl bereits viel erreicht werden konnte, steht die Sicherung und Wiederherstellung der Moorlebensräume und der typischen, traditionellen Kulturlandschaft des Dachauer Moos noch immer am Anfang. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist von allen Beteiligten „ein langer Atem“ notwendig. Dank der Bereitschaft des Bayerischen Naturschutzfonds zur Fortsetzung der wichtigen Fördermaßnahmen kann die bewährte Arbeit zur Sicherung der Biodiversität und der abwechslungsreichen Landschaft des Dachauer Moos mit ihren vielfältigen Lebensräumen für weitere zwei Jahre uneingeschränkt fortgesetzt werden.

Hierzu stehen in den kommenden beiden Jahren bis Mitte 2020 weitere 97.920 € an Fördergeldern zur Verfügung. Hiermit sollen Biotopneuschaffungen auf den angekauften Flächen an der Würm sowie im Krenmoos verwirklicht und seltene Tier- und Pflanzenarten der Bäche und Niedermoore gezielt gefördert werden. Der möglichst umfassenden Beteiligung aller Akteure sowie der Landwirte und Bürger des Gebiets kommt dabei weiterhin eine zentrale Bedeutung zu. Denn nur gemeinsam kann die Heimat erhalten werden.