Die Organisation und/oder Initiierung von Artenhilfsmaßnahmen, die Biotopneuschaffung und die Landschaftspflege sind die Kernaufgaben des Biodiversitäts-Projektes „Neues Leben im Dachauer Moos“. Da alle durchgeführten Maßnahmen für den Eigentümer oder Nutzungsberechtigten völlig freiwillig und unverbindlich sind, ist auch der Grunderwerb ein wichtiger Projektbaustein.

Im Folgenden eine Auswahl der durchgeführten Maßnahmen im Projektgebiet.

Bereits im vergangenen Jahr konnte die Gemeinde Karlsfeld ein rund 5.000 m² großes Grundstück im Krenmoos erwerben. Die Fläche grenzt jedoch unmittelbar an ein Gehölz an und konnte deshalb nicht als Lebensraum für den Kiebitz aufgewertet werden. Der Bodenbrüter brütet nicht in der Nähe von Gehölzen, da sich dort seine Feinde wie z.B. Fuchs und Greifvögel verstecken können.

Wie bereits im vergangenen Jahr ist das Krenmoos wieder der „hotspot“ der Kiebitzvorkommen im Münchner Norden. Besonders viele Brutpaare haben sich auf und im Umgriff der BN-Ankaufsfläche nieder gelassen. Kein Wunder: Der Ackerteil der Fläche wurde vom Landschaftspflegeverband noch im Februar vor Ankunft der Vögel als Kinderstube hergerichtet.

In enger Zusammenarbeit mit dem Bau- und Umweltamt der Stadt Dachau konnte für das Projekt eine weitere Fläche erworben werden. Dabei handelt es sich um einen 4.000 m² großen Grundstücksteil einer größeren Ackerfläche im Krenmoos östlich der Karlsfelder Kläranlage.

Auf den Flächen der Bayerischen Staatsforsten im Badersfeld wurde von der unteren Naturschutzbehörde (uNB) des Landkreises München, die Mahd der artenreichen Dr.-Braun-Wiese organisiert. Zudem wurden bereits renaturierte Gräben ausgemäht und nachentbuscht.

Die Flachmulde auf der BN-Fläche im Krenmoos ist ein voller Erfolg. Nachdem bereits im Sommer mehrere Kiebitze auf dem Ackerteil der Fläche brüten, konnten im Herbst direkt an der Flachmulde sieben Bekassinen beobachtet werden. Sie waren zwar auf dem Durchzug und haben sich noch nicht dauerhaft auf der Fläche nieder gelassen, interessieren sich aber lebhaft für den neuen Lebensraum.

Früher einmal „Allerweltsvogel“, doch heute in seinem Bestand gefährdet: Auch rund um Dachau und Karlsfeld verliert der Kiebitz, Wappenvogel des BayernNetzNatur-Projekts „Neues Leben im Dachauer Moos“ zunehmend seine Lebensräume. Landwirtschaftlich nur wenig intensiv genutzte Äcker als Brutflächen und feuchtes Grünland zur Nahrungssuche nehmen immer weiter ab.

Dank des Engagements der unteren Naturschutzbehörde des Landkreis München ist die Uferpflege des Schleißheimer Kanals entlang der B 471 zwischen der Autobahnabfahrt Oberschleißheim und dem Obergrashof sicher gestellt. Dort wurden vor einigen Jahren aus Verkehrssicherungsgründen die alten Pappeln gefällt. Sie waren bereits hohl und drohten auf die Bundesstraße zu fallen. Als Ersatz wurden Linden gepflanzt.

Die Stadt Karlsfeld hat weitere Flächen an der Würm südlich der B 304 und im Krenmoos angekauft. Bei der Fläche an der Würm handelt es sich um einen Auwaldrest, der direkt an einer „neuen“ Würmschleife angrenzt. Deshalb sind hier sehr gute Chancen für eine Weiterführung der Würmrenaturierung gegeben.

Bei der Fläche im Krenmoos handelt es sich um einen kleineren Acker, der entweder als Tauschfläche verwendet oder direkt für den Kiebitz optimiert wird.

Gebaut is! Auf der 1,8 ha großen Ankaufsfläche der BN-Kreisgruppe Dachau wurde ein Brut- und Nahrungslebensraum für den Kiebitz geschaffen. Im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Dachau und unter finanzieller Beteiligung des BN rückten im Krenmoos zwischen Karlsfeld und dem Schwarzhölzl die Radlader an. Es wurde eine feuchte Senke geschaffen, in die der Kiebitz auch in einem trockenen Frühjahr seine Küken zur Nahrungssuche führen kann.

„Fensterln“ auf 3 Kilometer Länge. Sie ist anspruchsvoll, die Helm-Azurjungfer und deshalb auch vom Aussterben bedroht. Zunächst einmal braucht ihr Nachwuchs im Bach über das gesamte Jahr hinweg möglichst gleichbleibende, nicht zu kalte Temperaturen. Da die Gräben und Bäche im westlichen Dachauer Moos aus dem Karlsfelder und Feldmochinger See und weniger aus kalten Quellen gespeist werden, stehen ihre Chance auf eine gemütliche Kinderstube schon mal nicht schlecht.

Am Stadtrand von Dachau mündet der Tiefengraben in den Schleißheimer Kanal. Doch durch das Zuwachsen der Uferbereiche und der Gewässersohle war die Wasserführung in Teilen des Kanals nicht mehr gewährleistet. In Zusammenarbeit mit dem Dachauer Bauhof und dem Bund Naturschutz wurde eine kleines Konzept entworfen und auch gleich umgesetzt.

Die über 2 ha große Dannerwiese im NSG Schwarzhölzl gehört schon allein ihrer Größe wegen zu den wichtigsten Flächen im Dachauer Moos. Hier wachsen mehrerer Orchideenarten (z. B. Epipactis palustris, Gymnadenia conopsea, Dactyloriza incarnata, D. incarnata var. haematodes), die Sumpfgladiole (Gladiolus palustris), Sibirischer Schwertlilie (Iris sibirica) und die Labkrautblättriger Wiesenraute (Thalictrum galioides).

In den Waldgebieten nördlich und südlich der B 471 zwischen Regattastrecke und Hackermoos gibt es noch einige extensive Wiesen. Der nach den Kriterien des ökologischen Landbaus wirtschaftende Obergrashof, ein wichtiger Partner des Biodiv-Projektes, entschloss sich für etwa 7 ha Wiesenfläche Bewirtschaftungsvereinbarungen abzuschließen.

Der Moosgraben zwischen Karlsfelder See und Schwarzhölzl ist Lebensraum zahlreicher gefährdeter und sogar vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Im Siedlungsbereich ist der Moosgraben sehr mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen. Bereits im Jahr 2008 konnte der südliche Uferbereich des Moosgrabens entlang des jetzigen Josef-Koller-Weges im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme ökologisch aufgewertet werden.

Das sogenannte „Badersfeld“ ist ein unter der Verwaltung der Bayerischen Staatsforsten stehendes Waldgebiet zwischen der B 471 und dem Hackermoos. In den Wäldern liegen mehrere extensive Wiesen sowie eine sehr artenreiche Streuwiese („Dr.-Braun-Wiese“).

Seit vielen Jahren ist die BN-Ortsgruppe Karlsfeld im NSG Schwarzhölzl aktiv. Die Mannschaft des Pflegetrupps pflegt mit viel Einsatz die Magerwiesen am Schwarzhölzlberg, die Streu- und Moorwiesenreste auf der Thürwinkelwiese, das Bachdreieck und viele kleine Flächen mehr. Unermüdlich mähen sie mehrfach im Jahr die nicht heimische Goldrute aus, die Wiesen überwuchert und die artenreiche Vegetation verdrängt.

Auf der vom BN angekauften Ackerfläche wird vom konventionellen Maisanbau auf Biogetreide umgestellt. Angesät von einem örtlichen Landwirt wird auf Pflanzenschutz verzichtet. Auf der Ackerfläche siedeln sich sogleich mehrere Brutpaare des Kiebitz, einer stark gefährdeten Vogelart an.

Im angekauften Auwaldrest bei der Rothschwaige lässt die Gemeinde Karlsfeld mit Unterstützung des Forstamtes die nicht-standortsgerechten Fichten entfernen. So kann sich in den Folgejahren die auwaldtypische und artenreiche Krautschicht wieder entwickeln.

Die Gemeinde Karlsfeld kauft gleich zu Projektbeginn bei der Rothschwaige einen Auwaldrest an der Würm an. Im Krenmoos erwirbt die BN Kreisgruppe Dachau eine fast 2 ha große Ackerfläche. Die Stadt München kauft eine Wiesenfläche („Hintermaierwiese“) im Naturschutzgebiet Schwarzhölzl. Somit sind alle Wiesen des NSGs in der öffentlichen Hand und können als Lebensraum für die Artenvielfalt optimiert werden.