Das barocke Kanalsystem verbindet die Schlösser Nymphenburg, Schleißheim und Dachau. Es ist äußerst kunstvoll in die Ordnung der natürlichen Fließgewässer eingefügt. Die Kanäle verlaufen überwiegend quer zur Fließrichtung der natürlichen Gewässer und bilden mit diesen regelrechte Gewässerkreuzungen.

Die Kanäle leiten primär Wasser von der Würm im Westen und dem Schwabinger Bach (Isar) im Osten zum Schloss Schleißheim und von dort über den Dachau-Schleißheimer-Kanal nach Westen, schließlich über den Kalterbach zur Amper. Der westliche Teil des Dachau-Schleißheimer-Kanals wird von Gröbenbach, Ascherbach und Würm gespeist.

Die Kanäle gelten als technisches wie landschaftsgestalter­isches Kunstwerk von europäischem Rang und stehen in ihrer Gesamtlänge von 50 Kilometern unter Denkmal­schutz. Bis heute blieb das Kanalnetz weitgehend funktionsfähig erhalten. Allerdings wurden einzelne Abschnitte aufgelassen oder verfüllt.

Der Verein Dachauer Moos e.V. setzt sich unter anderem für den Erhalt und die Erneuerung dieses Kanalsystems ein.

Der Bau des Würmkanals von Karlsfeld nach Schleißheim (1601 unter Herzog Wilhelm V.) stellte den ersten größeren Eingriff in die Mooslandschaft dar. Dieser erste Kanal diente der Wasserversorgung der in Schleißheim neu errichteten Musterschwaige. Ende des 17. Jahrhunderts folgten der Dachau-Schleißheimer sowie der Schleißheimer Kanal.

Im Norden Münchens erstreckt sich über 50 km ein barockes Kanalsystem. Es ist einmalig in seiner Anlage, als Kunstwerk gleichermaßen wie als herausragende Ingenieurleistung. Zum Bau der Wittelsbacher Schlösser eingerichtet, von Würm und Isar beschickt, verbindet es Nymphenburg, Schleißheim und Dachau untereinander und ehemals mit der Residenz. Über weite Teile führen die Kanäle heute noch Wasser, andere Abschnitte sind verfallen, überfüllt, überbaut.

Restaurierung eines historischen Abschnittes des Dachau–Schleißheimer Kanals an der Regatta-Anlage sowie Schaffung eines Erlebnispunktes zur BUGA 2005. Die Erneuerung des Kanalsystems der Wittelsbacher Schlösser stellt die gelungene Synthese einer Zusammenarbeit zwischen staatlichen Behörden und Kommunen dar. Aufgabe war es, die unterschiedlichen Positionen des Denkmal- und Naturschutzes mit den wasserwirtschaftlichen Zielen an diesem kulturhistorisch bedeutsamen Kanalsystem unter einen Hut zu bringen.

Aufgrund der historischen Bedeutung des gebietsübergreifenden Baudenkmals aus dem 17. Jahrhundert sollten im Rahmen eines Gewässerentwicklungsplanes die Belange der Wasserwirtschaft, des Naturschutzes und des Denkmalschutzes aufeinander abgestimmt werden.

Die Dokumentation der barocken Sichtachsen und Kanäle im räumlichen Kontext der Schlösser Dachau, Schleißheim, Nymphenburg, Fürstenried und der Residenz in München liefert wertvolles Datenmaterial insbesondere für die Gemeinden im Bereich der Sichtachsen und stellt dieses fast vergessene historische Kulturerbe wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Mit Beschluss der Mitgliederversammlung vom 06.12.1999 entschied der Verein Dachauer Moos e.V. die Ergänzung der Bestandsaufnahme sowie eine Machbarkeitsstudie zum historischen Kanalsystem. Nach drei themenbezogenen Fachgesprächen fanden in der Folgezeit Einzelgespräche und Ortstermine mit einzelnen Fachstellen sowie Sitzungen des Arbeitskreises "Naturschutz - Landschaftspflege" statt, in der die Ziele der Machbarkeitsstudie erörtert wurden.

Der Verein Dachauer Moos möchte sich verstärkt der Verbesserung des gegenwärtigen Zustandes des Kanalsystems widmen und dabei alle notwendigen Schritte unterstützen und koordinieren, die zu einer weitgehenden Wiederherstellung und zu einer Steigerung des Erlebniswertes dieses einmaligen gemeindeübergreifenden Baudenkmals beitragen